Unser Schulportrait

Schulporträt NMS & HS Pamhagen

Netzwerk – Network – Hálózat

Unsere Neue Mittelschule wurde als erste Neue Mittelschule Österreichs im Auftrag des BMUKK

von Dr. Karin Grinner und Evelin Leutgöb im Mai 2010 porträtiert.

Das Schulporträt unserer Schule wurde im Rahmen der NMS Entwicklungsbegleitung allen NMS Direktor/innen in

St. Johann im Pongau präsentiert. Alle Direktor/innen haben das Schulporträt auch in schriftlicher Form erhalten.

Neben der Langfassung des Proträts wurde auch eine Fotostory erstellt.

Eltern- und Schülerrückmeldungen sind in Podcasts ebenfalls verfügbar.

Zum Downladen auf den Text klicken.

              

Impressum:
Auftraggeber: BMUKK im Rahmen des NMS eLearning-Unterstützungspakets Konzept Schulporträt & Text: Dr. Karin Grinner
http://www.karin-grinner.at
Methodisches Design NMS & HS Pamhagen: Dr. Karin Grinner, Evelin Leutgöb
Fotos: Dr. Karin Grinner, Evelin Leutgöb, Mag. Alfred Peherstorfer, NMS & HS Pamhagen Online-Porträt: http://www.edumoodle.at/nms
Mai 2010


Schulporträt Kurzfassung

Netzwerk – Network – Hálózat

Die NMS und HS Pamhagen, eine Kleinschule im burgenländischen Seewinkel, arbeitet seit Jahren konsequent an ihrer Vernetzung: Als eLSA- und EPICT-Schule ist sie eingebunden in Netzwerke von Schulen, die mit Blick auf die Schüler/innen fortwährend ihr unterrichtliches Handeln im Bereich eLearning professionalisieren. Vernetzt und im Netz sein - auch für die Schüler/innen in Pamhagen eine Selbstverständlichkeit. Das Porträt macht zugänglich, wie Lehrer/innen eLearning im Schulalltag verstehen und wie Schüler/innen es wahrnehmen. Als Neue Mittelschule ist Pamhagen seit Herbst 2009 in der zweiten Generation jener Schulen dabei, die das gemeinsame Lernen der 10-14jährigen erproben und weiterentwickeln. Weitere Begegnungen mit Schüler/innen fokussieren das Lernen in einer Schule, die auch Kinder ungarischer Herkunft besuchen, ebenso wie erste Erfahrungen mit den Erfolgsrückmeldungen im Rahmen der NMS. Zwei Hördateien eröffnen in der Online-Version authentische Eindrücke aus Pamhagen, Schüler/innen und Eltern kommen darin zu Wort.

Lernen im Netz(werk)

Geht die Weite des Burgenlandes einher mit einem Weitblick ihrer Bewohner/innen? Im Fall von Schulleiter Konrad Unger bietet sich diese Analogie mehr als an: Die Gewissheit, dass die Kooperation zwischen Lehrer/innen ebenso wie die Vernetzung von Schulen von zentraler Bedeutung für die qualitätsvolle Entwicklung von Schulen sind, könnte (un)bewusste Motivation von Konrad Unger gewesen sein, mit Pamhagen 2004 die erste Hauptschule unter den damals nur gymnasialen eLSA-Standorten zu stellen.

„eLSA - eLearning im Schulalltag ist ein Netzwerk von 130 Schulen der Sekundarstufe I (AHS / NMS / HS/ VS und teilweise BMHS), ein innovatives Schlüsselprojekt des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur. Ziel von eLSA ist, dass die SchülerInnen in allen Fächern Erfahrungen mit eLearning im Sinne von Blended Learning machen. eLSA und eLearning sind eine treibende Kraft für ständige Schulentwicklung.“ 1 Das Porträt zeichnet nach, wie die Anforderungen an eine eLSA-Schule in Pamhagen gelebt werden, gibt

Auskunft, über welche Ausstattung die Schule verfügt und welche Anwendungsmöglichkeiten von eLearning sie vorrangig nutzt. Vom burgenländischen Lernmanagementsystem LMS bis zum eLearning-Unterstützungspaket stellt sich das Schulteam im Rahmen der Porträtierung hier vielen Fragen.

Über ihre Aktivitäten als eLSA-Schule hinaus ist Pamhagen auch EPICT2-Pilotschule. EPICT versteht sich als Methode und Prozess, als ein Kompendium des pädagogisch orientierten IKT-Einsatzes in der Schule. Angesprochen sind immer Teams, die sich gemeinsam der Herausforderung stellen, konkrete, praktische, unterrichtsbezogene Aufgabenstellungen zu bearbeiten und dadurch ihr Handeln professionalisieren. Ursprünglich in Dänemark entwickelt, sind weltweit schon mehr als 100.000 Lehrpersonen nach dieser Methode ausgebildet worden – 7 davon in Pamhagen.

eLearning aus Sicht der Schüler/innen

Für eine Feedbackrunde zum Themenbereich eLearning kommen die Klassensprecher/innen und deren Stellvertreter/innen im Computerraum zusammen. Milena, eine fiktive neue Mitschülerin, wendet sich per E-Mail an die Mädchen und Burschen aus Pamhagen und bittet um Informationen zur Schule. Leitfragen fokussieren das Thema eLearning. Die Klassensprecher/innen und Stellvertreter/innen werden im Zuge des Auftrages mit Textverarbeitung, Mail-Verkehr und Internetnutzung konfrontiert. Abgesehen von den inhaltlichen Rückmeldungen bietet sich hier auch das „Handling“ als interessante Beobachtungsperspektive an.

Schulen sind keine Inseln

„Schulen sind keine Inseln“, schreibt Jan von der Gathen (2010, S. 38)3, „die ohne Kontakt zum Festland auskommen. Ihr Umfeld prägt sie und das Umfeld muss von ihr geprägt werden.“

Dass die NMS und HS Pamhagen von ihrer Umgebung geprägt ist, wird auch dadurch deutlich, dass rund 25 Schüler/innen4 mit ungarischer Muttersprache die Schule besuchen. „Wir leben an der Grenze zu Ungarn und in der Mitte Europas. Der Nachbarsprache Ungarisch kommt an unserer Schule eine besondere Bedeutung zu“, so die Beschreibung in der Eigendokumentation der Schule. Diese Konstellation ist herausfordernd für die Schule. Aus einem Zusammentreffen mit einer Gruppe von ungarischen Schüler/innen fließen Wahrnehmungen aus dem Umgang mit Mehrsprachigkeit in das Porträt ein. Ein Podcast lässt in der Online-Version des Porträts die Eindrücke daraus lebendig werden.

Gemeinsam Leistung demonstrieren

Über die schon geschilderten Netzwerkverbindungen eLSA und ePICT hat die HS Pamhagen mit dem Schuljahr 2009/10 eine weitere Möglichkeit ergriffen, neue Perspektiven und Impulse in ihren Schulalltag hereinzuholen: Als Neue Mittelschule ist sie Teil eines bundesweiten Netzwerkes, das sich dem gemeinsamen Unterricht der 10-14jährigen widmet. Die Erfolgsrückmeldungen, in Pamhagen unter der Bezeichnung „Portfolio- und Zeugnispräsentation“ geführte Gespräche zwischen Schüler/in, Eltern und Lehrer/in am Ende jedes Semesters, gehören rückblickend für alle Beteiligten zu den Highlights des ersten NMS-Jahres. Das Porträt lässt die Leser/innen an den wertvollen Erfahrungen der Lehrer/innen, Eltern und Schüler/innen teilhaben.

Dem Lerndesign auf der Spur

Abschließend nimmt das Porträt in den Blick, wie es an der Neuen Mittelschule mit dem Teamteaching läuft, welche neuen Fächer- und Teamstrukturen sich herausgebildet haben und wie man an die Sache mit dem Lerndesign herangeht. Dazwischen bietet das Porträt immer wieder Ausblicke auf weitere Entwicklungsschritte in Pamhagen.

Mit Blick auf die gute Verankerung und Eingebundenheit der HS und NMS Pamhagen in unterschiedlichen Netzwerken kann gelten: „Der Schritt von einer Lehrkultur zu einer Lernkultur im Unterricht scheint groß. Aber er wird gangbar, wenn man ihn in viele kleine Schritte teilt – und wenn man ihn nicht alleine geht.“ (Seydel 2009, S. 29)5

3 Gathen, J. v. d. (2010). Wenn wir Eltern stärken, stärken wir das Lernen der Kinder. Über unseren Weg, eine Erziehungspartnerschaft zu initiieren. In: Lernende Schule, Heft 49, 13. Jg., (S. 37-39). 

4 Insgesamt werden derzeit 111 Schüler/innen in Pamhagen unterrichtet. 

5 Seydel, O. (2009). Sechs Gelingensbedingungen erfolgreicher Schulen. Erfahrungen aus dem Deutschen Schulpreis. In: Lernende Schule, Heft 46-47, 12. Jg., (S. 27-31).